inside #02/2009 - Februar 2009
Cream And Sugar - Im Sumpf
Neben dem nationalen "Rainbow Gathering", das immer um den 4. Juli stattfindet, gibt es regelmässig auch kleinere Treffen. Schon lange hatten wir uns vorgenommen, zum "Ocala Gathering" zu fahren, das immer im Februar in Florida stattfindet.
Diesmal hatten wir unseren "CreamAndSugar" - Wohnwagen allerdings nicht dabei. Wir wussten, dass wir mehr Leute erreichen können, wenn wir mit einem grossen Zelt im Hauptlager vertreten sind.
Man darf sich keinen gepflegten Zeltplatz vorstellen. Diese Festivals finden immer irgendwo in der Wildnis statt. Unser Zelt stand am Rande eines grossen Sumpfes, am Platz der Versammlung. Schon bald wussten wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Als wir noch beim Aufbau waren, kamen schon die ersten Leute zum Kaffee trinken vorbei. An manchen Tagen sind wir nicht einmal selber zum Essen gekommen, weil die Leute in einer langen Schlange hinter unserer Campingküche anstanden.
Man hatte uns gewarnt. Das "Ocala Gathering" sei berüchtigt und oft gehe es gewaltsam zu. Die Unruhestifter halten sich aber in der Regel bei den Parkplätzen auf. Deshalb ist man im Hauptlager - zu dem man ca. eine Stunde laufen muss - recht sicher.
In den vielen Gesprächen haben wir nur gestaunt, wie offen die Menschen waren. Nie hat es eine Diskussion oder ein Streitgespräch gegeben. Oft konnten wir für Leute beten und einige wären gerne bereit gewesen, mit uns zu kommen und ihr Leben mit Gottes Hilfe auf die Reihe zu kriegen.
Wir haben ein kleines Traktat gedruckt, das wir "Roadmap" nennen. Darin stehen sehr bewegende Zeugnisse und Lebensberichte aus unserem Team. Von diesen Traktaten konnten wir viele verteilen und es war toll, dass die meisten Leute gleich angefangen haben zu lesen. Immer wieder haben sie uns darauf angesprochen und haben erzählt, wie sehr sie diese Berichte berührt haben.
Die "Rainbow Gatherings" ziehen ganz verschiedene Leute an. Neben dem "harten Kern", der sich mehr oder weniger schon seit 30 Jahren auf den Gatherings trifft, sieht man Punker, Reisende die mit dem Rucksack durchs Land ziehen, Obdachlose, Kriegsveteranen, Sekten und alle möglichen Leute die man sich vorstellen kann. Aber es sind alles Menschen, die auf der Suche sind: nach Gott, einer Erleuchtung oder nach einer Quelle die sie anzapfen können. Sei es durch Meditation, Drogen oder einfach nur durch Harmonie, Liebe und Frieden. Nur wenige kommen um einfach die Sau rauszulassen.
"Er hatte tiefes Mitleid mit den vielen Menschen, die zu ihm kamen, denn sie hatten grosse Sorgen und wussten nicht, wen sie um Hilfe bitten konnten. Sie waren wie Schafe ohne Hirten." Mt. 9, 36
Dieser Vers bewegt uns immer wieder wenn wir auf den Gatherings sind. Jesus möchte ihre Sehnsucht stillen, ihnen Hoffnung und neues Leben geben. Deshalb sind wir dort, um Gottes Liebe praktisch werden zu lassen und sie zu Jesus, der Quelle des Lebens zu führen.
Zeugnis: Alex
Alex ist Mitte vierzig, hat fünf Kinder, lebt in Trennung mit seiner Frau und ist Heroin abhängig.
Er war noch nie auf einem Gathering und wusste selber nicht, warum er dort gelandet ist. Er ahnte, dass er während dieser Zeit Weisung für sein chaotisches Leben erhalten würde.
Dann lernte er uns kennen. Vier Europäer die Kaffee ausschenkten und den Leuten von Jesus erzählten. Sofort öffnete sich sein Herz. Alex empfing neue Hoffnung und erfuhr die Liebe Gottes. Ich konnte ihm viel von den wunderbaren Plänen Gottes für sein Leben erzählen und für ihn beten. Alex sagte:
"Der Grund weshalb ich hier gelandet bin ist, dass ich euch antreffen sollte!"
Ich bete, dass Alex ganz zu Jesus durchbricht und hoffe, dass er uns in Zukunft wieder über den Weg läuft.
Daniel Liechti
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