inside #10/2008 - Oktober 2008
Ike Relief
Ein Bericht von Felix Wendt
Vom 17. bis 19. Oktober waren wir mit einem Team in Houston und Umgebung wo Hurricane Ike den grössten Schaden angerichtet hatte, um dort die Organisation CORE zu unterstützen. CORE ist eine Organisation die Freiwillige aus den ganzen Vereinigten Staaten unterbringt, verpflegt und an Besitzer zerstörter Häuser weiter vermittelt.
Wir waren gegen Mittag in Nassau Bay, wo CORE das Gelände einer Gemeinde als Basis nutzt. Dort wurden wir mit Werkzeug ausgestattet und von einem Mitarbeiter zu einem Haus begleitet. Das Haus hatte drei Meter unter Wasser gestanden, alles war kaputt und mit Pilz belagert. Die Eigentümerin ist eine verwittwete Rentnerin, ca. 65 Jahre alt, die zum Glück vor dem Hurricane evakuiert wurde.
Als sie nach Houston zurück kam war sie natürlich mit dem ganzen Schaden überfordert, zumal sie wie viele Amerikaner nicht versichert war. Wir haben ihr geholfen, indem wir die Vorarbeit für die Handwerker, die in den nächsten Wochen ihr Haus wieder instand setzen werden, machen konnten. Wir haben die Verkleidung von jeder einzelnen Wand abgebaut und den Innenraum mit einem Mittel ausgespritzt das den Pilz bekämpft. Das war echt eine anstrengende Arbeit.
Abends hatten wir eine gute Zeit im Camp, da auch noch zwei andere Gruppen da waren. Die eine war von der Baylor Universität in Waco, Texas und die andere war aus Mississipi.
Am nächsten Tag waren wir in Galveston Bay, bei einer Familie deren Haus auch komplett unter Wasser stand. Auch hier mussten wir alle Gipsplatten von der Wand hauen und dann das Innenleben der Wand mit Chemikalien besprühen. Hinterher standen in der ganzen Wohnung nur noch Holzgerüste anstatt Wände.
Der Eigentümer war ein richtiger Seemann. Sein Boot lag ungefähr 200 Meter entfernt vom Haus, direkt neben dem Hafen. Es wurde von den Wassermassen aufs Land gedrückt.
Er war so dankbar für unsere Hilfe, dass er uns richtiges texanisches Essen zubereitete. Mitten auf der grössten Baustelle, wo sich rundherum der Müll häufte, machte er das Radio an und bereitete Grillfleisch und Bohnen zu.
Dort in Nassau Bay ist es eigentlich sehr schön, nur ist einem natürlich nicht nach Entspannung zumute wenn man weiss, dass es viele Leute gibt, deren Altersvorsorge einfach weggespühlt wurde.
Manche Ecken der Orte sind aufgeräumt oder wurden nicht so schlimm verwüstet, aber andere Stellen sind total zerstört. Eine Frau hatte einen Jetski in ihrem Garten liegen. Auf die Frage ob das ihrer sei antwortete sie nur: "Nein, das ist der von meinem Nachbarn, drei Häuser weiter ...". Der Jetski war einfach über den Gartenzaun geschwämmt worden. Unglaublich.
Es ist sehr eindrücklich solche Verwüstungen mit eigenen Augen zu sehen. So etwas kennt man normalerweise nur aus dem Fernsehen. Vor allem war es toll, den Menschen so viel Hilfe zu bringen. Unsere geleistete Arbeit ist riesen Segen für diese Leute, die alleine für das Abreissen der Innenwände 5000 Dollar hätten bezahlen müssen.
Fleissige Helfer
Gina und Marianne sind Schülerinnen von der Schule für Evangelisation und Weltmission in Lüdenscheid. Sie sind für sechs Wochen hier in Austin und unterstützen uns tatkräftig bei der Arbeit. Hier sind ihre Eindrücke:
Wir sind sehr überrascht über die Religiösität unter den Obdachlosen. Viele nennen sich Christen obwohl sie ihr Leben mit Alkohol und Drogen zerstören. Sie sind sehr offen im Gespräch über Gott, aber oft fehlt ihnen die persönliche Beziehung zu Ihm.
Wir begegnen hier einer echten geistlichen Not und glauben, dass Gott gerade diese Menschen hier an sein Vaterherz ziehen möchte.
Vor einigen Tagen durften wir für eine junge Frau beten, die ihr Bein gebrochen und starke Schmerzen hatte. Am nächsten Tag kam sie wieder zum "Cream and Sugar"- Wohnwagen und erzählte begeistert, dass ihr Bein sich gebessert hatte und sie ohne Schmerzen wieder gehen konnte.
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